AMV
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Das Atemminutenvolumen (AMV) beschreibt das Luftvolumen (nicht die Luftmenge!) das von einem Menschen oder Taucher pro Minute verbraucht wird. Daher wird das AMV in Liter pro Minute (l/min) angegeben.
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Grundlagen des AMV
Die durchschnittliche Atemfrequenz beträgt in Ruhe ca. 15 Atemzüge pro Minute. Das Atemzugvolumen beträgt dabei etwa 500-700 ml; daraus ergibt sich ein AMV von 7,5-10,5 l/min. Bei körperlicher Anstrengung erhöht sich das Atemminutenvolumen, da sowohl die Atemfrequenz wie auch das Atemzugvolumen, also das Volumen das pro Atemzug ein- und ausgeatmet wird, steigt.
Eine Besonderheit des Atemminutenvolumens ist, dass es tiefenunabhängig ist; das bedeutet das AMV eines Tauchers an der Oberfläche ist gleich seinem AMV in jeder beliebigen Tiefe. Das ergibt sich daraus, dass nur das vom Taucher verbrauchte Luftvolumen und nicht die verbrauchte Luftmenge betrachtet wird.
Berechnung des AMV
Ein grundsätzliches Problem bei der Berechnung des Atemminutenvolumens von Sporttauchern ist, dass sich die Formel
AMV = Atemfrequenz x Atemzugvolumen
nicht verwenden lässt, da ohne erheblichen technischen Aufwand weder Atemfrequenz noch Atemzugvolumen eines Tauchers gemessen werden kann. Deshalb muss ein rechnerischer Umweg über die verbrauchte Luftmenge genommen werden. Diese ergibt sich aus
Q = V(DTG) x [p(Anfang) - p(Ende)],
wobei p(Anfang) und p(Ende) den Druck des DTG zu Beginn und am Ende des Tauchgangs darstellt. Teilt man nun die verbrauchte Luftmenge durch den Umgebungsdruck in der erreichten Tauchtiefe so erhält man das (in der Tiefe) verbrauchte Luftvolumen in Litern. Zuletzt teilt man das noch durch die Tauchzeit und erhält damit das Atemminutenvolumen des Tauchers. Es ergibt sich folgende Formel:
AMV = {V(DTG) x [p(Anfang) - p(Ende)]} / {p(Umgebung) x t}
beziehungsweise
AMV = Q / {p(Umgebung) x t}
Dabei stellt p(Umgebung) den Umgebungsdruck in der betrachteten Tauchtiefe dar.
Ungenauigkeiten in der Berechnung
Streng genommen, gibt die angegebene Formel nur dann das tasächliche AMV an, wenn für p(Umgebung) der druchschnittliche Umgebungsdruck des Tauchganges verwendet wird. Setzt man statt dessen (wie in der Praxis oft üblich) den Umgebungsdruck der maximalen Tauchtiefe ein, wird ein zu kleines AMV berechnet.
Beispiel
Flaschendruck am Anfang: 200 bar
Flaschendruck am Ende: 50 bar
Flaschenvolumen: 15 Liter
Durchschnittliche Tiefe: 13,1 m
Tauchzeit: 42 min
Q = 15 l x (200 bar - 50 bar) = 2250 bar l
p(Umgebung) = (13,1 m / 10 m/bar) + 1 bar = 2,31 bar
AMV = 2250 bar L / (2,31 bar x 42 min) = 23,19 l/min
Praxis
Das AMV eines Tauchers kann unter realen Bedingeungen stark schwanken und hängt u.a. vom Geschlecht, Trainingszustand, Erfahrung, Anstrengung, Aufregung und Stress ab. Ein erfahrener Taucher verbraucht nicht mehr als 12-15L/min., bei allerdings starken individuellen Abweichungen. Üblicherweise werden für die Berechnung des für den Tauchgang erforderlichen Gasvorrates 15-20L/min angesetzt, für die Berechnung der Reservegasmenge (Bail Out) das Doppelte, da hier mit Stress zu rechnen ist.
Literatur
- T. Kromp, Dr. med. H. J. Roggenbach, P. Bredenbusch: Tauchausbildung zum CMAS*. Delius Klasing, 4. Auflage 2007 ISBN 978-3-7688-1799-8
- T. Kromp, Dr. med. H. J. Roggenbach, P. Bredenbusch: Praxis des Tauchens. Delius Klasing, 2. überarbeitete Auflage 1997 ISBN 3-89594-047-X
- A. Stibbe: Sporttauchen. Delius Klasing, 9. überarb. und erw. Auflage 2001 ISBN 3-89594-048-8

